Runterkommen (Fortuna Köln – Sportfreunde Lotte 1:2)

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Kann ja nicht immer so weitergehen. Wäre zwar schön gewesen, aber Lotte ist eben eine andere Hausnummer. Das sind dann so die Dinge, die einem auf dem Nachhauseweg durch den Kopf gehen.

Das Spiel hatte auf der einen Seite alles gehalten, was so ein Spitzenspiel eben vor dem Anpfiff zu versprechen pflegt. Auch wenn der Besucherzuspruch sicherlich ausbaufähig ist: Gut 1.700 Zuschauer an einem doch eher wettertechnisch durchwachsenen Samstagnachmittag halte ich für durchaus respektabel.

Aber vom spielerischen her war das schon ein anderer Level als Gäste aus Verl oder vom Geißbockheim. Lotte spielt wie eine Mannschaft, die in den letzten Jahren immer am Saisonende in den höchsten Regionen der Regionalliga zu finden war. Und darüber hinaus auch noch extrem effektiv. Zwei Chancen, zwei Tore. Da war Thomas Kraus schon ein Elfmeter verweigert worden.

Was uns dann auch zum Schiedsrichter bringt. @surfguard hat das nach dem Spiel sehr schön beschrieben. „Ein Zufallsgenerator mit Pfeife“ sei der Herr in schwarz gewesen. Das kann ich nur unterschreiben. Die gröbsten Mordanschläge wurden nicht geahndet, dafür aber das leisteste Anhauchen des Gegenspielers. Und dann wieder macht er in den nächsten Szenen genau gegenteilige Beurteilungen. Keine Linie, keine Konsequenz, völlig verunsichert und nicht regionalligatauglich. Das er am Ende Koschinat noch des Feldes verwies war die Kirsche auffem Kuchen. Peinlich, peinlich.

Aber, und das muß man sich dann schon eingestehen, am Schiedsrichter lag es nicht. (Den wegen Abseits verweigerten Ausgleich in den Schlußminuten kann man ihm allerdings von meinem Stehplatz aus nicht ankreiden, da hatte er wohl recht.) Jedenfalls nicht ausschließlich. Die Fortuna hat einfach viel zu viele Chancen liegen gelassen und nicht wirklich zwingend gespielt. Ständig hohe Bälle nach vorne prügeln spielt einem Gegner wie Lotte einfach in die Karten. Und Koschinat sah draußen auch nicht wirklich so aus, als ob das der Plan für das Spiel gewesen war.

Der Plan sah wohl komplett anders aus, bis zum 0:2, als Aydogmus zum Aufwärmen geschickt wurde. Nach 20 Minuten. Das war dann wenigstens konsequent, den Fehler in der Aufstellung zu korrigieren. Das brachte dann mehr Stabilität und letztenendes auch den Anschlußtreffer, nachdem Steffen recht unsanft im Strafraum zu Boden befördert wurde. Aber, wie schon gesagt, machste die Chancen nicht, kannste dich auch über die Niederlage nicht beschweren.

Und die Chancen waren da. Nämlich immer dann, wenn der Ball nicht hoch aus der eigenen Hälfte nach vorne gebolzt, sondern wenn konsequent über die Flügel angegriffen wurde. So zum Beispiel bei einem sehr schönen Kopfball von Aydogmus, den der Lotter Torwart gekonnt entschärfte (gut, der war auch genau auf den Mann…).

Nein, daß war ein Rückschlag, das kann man nicht anders sagen. Jetzt geht’s darum, den Anschluß oben nicht zu verlieren. Ein Spiel weniger ist da Gold wert. Wenn es gewonnen wird.

Erwähnenstwert abschließend noch das dämlich Verhalten von Seiten der „Fans“, die meinten, nach der Halbzeit die zurückkehrenden Gästespieler und den Schiedsrichter mit Duschen in Form von vollen Bechern (keine Ahnung, was da drin war. Bier oder Wasser, irgendwas in die Richtung) versorgen zu müssen. Das dürfte beim Verband nicht gut ankommen und mit Sicherheit eine Strafe nach sich ziehen. Und das für einen Verein, der eh finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Großes Kino, sehr stark.

Andererseits: die Art und Weise wie Fabian Montabell an alter Wirkungsstätte begrüßt wurde war klasse.

Den Rückschlag hat das Dumot-Portal FuPa.net auch gesehen, attestiert der Fortuna aber trotzdem „Größe„. Die Neue Osnabrücker Zeitung sah den Tabellenführer „clever, selbstbewußt und kampfstark“. Die Westfälischen Nachrichten sahen ein Spiel, daß „nichts für schwache Nerven“ war. Der Express sieht verpasste Chancen und hat ein schönes Bild von Uwe hinterm Zaun. Und der Rheinfussball wirft die Begriffe „kalte Schulter zeigen“ und abblitzen lassen“ ein (und hat, meiner Meinung nach, etwas harsche Noten verteilt).

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Pazurek, Laux, Flottmann, Sievers – Hörnig (ab 26. Minute Aydogmus), Andersen – Steffen (ab 69. Minute Kialka), Yilmaz, Kessel – Kraus (ab 78. Minute Batarilo). Trainer: Koschinat.

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