Halbjahreszeugnis

Inspiriert vom Hinrunderückblick im Stadtanzeiger will ich mich nicht lumpen lassen und meine 2 Cent in den Ring werfen.

Alles in allem kann man bei der Hinrunde nun wirklich nicht meckern. Tabellenerster, was will man denn mehr. Es wirkt alles noch so unwirklich, gerade auch weil die Mannschaft es ab und an dann doch ein bißchen zu spannend macht. Nun denn, hier meine Eindrücke der letzten 6 Monate. Erstmal die Spieler:

André Poggenborg: wird nie Nationaltorwart werden. Ein Mini-Kahn, dem ein bißchen mehr Ausgeglichenheit gut zu Gesicht stehen würde. Und trotzdem, bei aller Kritik, ein regionalligatauglicher Keeper, der das eine oder andere Spiel retten kann. Manchmal aber auch verlieren kann.

Jan-André Sievers: Überraschung der Saison. Im Vergleich zum Vorjahr sehr verbessert. Macht die Achse Pagano-Yilmaz fast vergessen. Manchmal (selten) etwas umständlich und desorientiert, aber immer mit Einsatz bis zum Anschlag.

Daniel Flottmann: Fällt erstmal durch sein sehr lautstarkes Auftreten auf. Stichwort Hair Dryer Treatment. Wie die gesamte Abwehr zuweilen ein wenig fahrig und schluderig. Aber auch er überzeugt durch Einsatz. Wie überhaupt die ganze Mannschaft. Dann kann ich mir nämlich schenken, daß bei jedem Spieler wiederholen zu müssen.

Oliver Laux: Auch bei ihm regiert zuweilen Bruder Leichtfuß, ansonsten aber eine verlässliche Größe.

Tobias Fink: Pechvogel der Hinrunde und mir nicht wirklich in Erinnerung geblieben. Wurde auf links ab und zu doch schmerzlich vermißt. Gerade auch, weil er die Mannschaft durch eigene Leistung mit gutem Beispiel nach vorne treiben kann.

Markus Pazurek: Solider Fink-Vertreter, der mir vor allem durch seine Einwürfe in Erinnerung geblieben ist. Unauffällig, aber zuverlässig.

Kusi Kwame: Hatte seine Sternstunde beim Derby gegen Viktoria, als er Si9lvio Pagano völlig kalt stellte. Naja, fast völlig. Wichtiger Spieler von der Bank.

Sebastian Zinke: ruhender Pol im Mittelfeld. Umsichtig, abgeklärt, souverän. Daß die beiden Saisonniederlagen in seiner Abwesenheit zustande kamen, spricht Bände. Unverzichtbar.

Florian Hörnig: Zinkes Counterpart. Ergänzen sich prächtig, die beiden.

Ozan Yilmaz: Der nächste Pechvogel. Überragender Start in die Saison als Allzweckwaffe, die überall einsetzbar ist. Und dann dieser Unfall. Man kann nur hoffen, daß er eines Tages wieder gegen den Ball treten und zu alter Klasse zurückfinden kann.

Kristoffer Andersen: Lat Minute Verpflichtung, die dem Mittelfeld weitere Stabilität gegeben hat. Läßt ab und an große Klasse aufblitzen, nur um im nächsten Moment unerklärliche Black Outs zu produzieren. Trotzdem auch als Kampfschwein enorm wichtig. Der Treffer gegen RWE war Weltklasse.

Kushtrim Lushtaku: weder Fisch noch Fleisch und in der Mannschaft nicht wirklich angekommen. Fiel mir eher negativ als positiv auf. Aber, hey, hat dadurch Luft nach oben und Steigerungspotential.

Tobias Steffen: Rohdiamant, der in dieser Saison den unterschied ausmachen kann. Manchmal, und das schiebe ich mal auf die Jugend, etwas übereifrig und auch übermütig. Aber wenn er einen guten Tag erwischt, ist er der beste Spieler der RL West.

Michael Kessel: etwas abgeklärteres Gegenstück zu Steffen. Im Vergleich zum Vorjahr wesentlich weniger egoistisch und hektisch. Manchmal aber zu fallsüchtig. Gefällt mir nicht. Sollte sich weniger auf’s Elfmeter schinden konzentrieren, sondern seine doch gehobeneren technischen Fähigkeiten präsentieren.

Stipe Batarilo: Joker, der für frischen Wind sorgen kann. Für die erste Elf erstmal zu leicht. Hat aber durchaus Potential.

Thomas Kraus: Ausgebreitete Arme als Markenzeichen. Ackert, rennt, kämpft, schimpft, gibt immer alles. Belohnt sich leider etwas zu selten in dieser Saison, was aber auch daran liegt, daß er mit Aydogmus in der Mitte zur Zeit nicht konkurrieren kann. Auf außen aber unverzichtbar. Auch als Speerspitze der Vorwärtsverteidigung.

Thiemo-Jérôme Kialka: Hat seinen Platz auf der Bank gefunden und so wirklich finde ich keinen Grund, der dagegen spricht. Als Einwechselspieler immer eine Option, aber für die Startelf momentan nix.

Ercan Aydogmus: He scores when he wants. Ein Schuß, ein Tor – Aydogmus! Muß man da mehr sagen? Unglaublich. Steht immer richtig, findet immer die Lücke, schließt immer eiskalt ab. Und immer genau zum richtigen Zeitpunkt. Zurecht Publikumsliebling.

Und noch der Trainer:

Uwe Koschinat: Schießt bisweilen verbal über das Ziel hinaus, ist aber der Architekt des momentanen Erfolgs. Ohne ihn wäre diese Mannschaft nicht da, wo sie jetzt steht. Ist sich nicht zu schade eine fehlerhafte Aufstellung auch mal nach 20 Minuten zu korrigieren.

Abschließend noch kurz die Highs und Lows der ersten Saisonhälfte und dann bin ich auch schon durch.

Das war groß:

  • Das Pokalspiel gegen Mainz. Unglaubliche Stimmung, eine aufopferungsvoll kämpfende Fortuna, tolle Gästefans, Bombenwetter. Was will man mehr (außer einem Heimsieg)?
  • Derbysieger. Eine erste Halbzeit zum Vergessen, die einer zweiten Halbzeit weicht, in der die Verhältnisse gerade gerückt worden. Herz schlägt Kommerz.
  • Der wahnsinnige Auftritt bei Rot-Weiß Essen. Im Stile einer Spitzenmannschaft.

Das war mies:

  • Der Saisonauftakt gegen Aachen. Große Bühne und dann ein völlig enttäuschender Auftritt zum Start in die neue Spielzeit. Zum Glück der Wachrüttler zur rechten Zeit.
  • Das „Verbot“ der Antifa-Zaunfahnen bei eben diesem Spiel. Keinen Fußbreit (und keinen Fußball) den Faschisten.
  • Die Becherwürfe beim Spiel gegen Lotte. Unnötiger Kindergartenmist.

Ich freu‘ mich auf die Rückrunde!

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