Big-Point-Schwächen (Fortuna Köln – Rot-Weiß Oberhausen 0:2)

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Das wichtigste zuerst: datt war nix.

Nach langen Durststrecken freut man sich ja umso mehr, wenn man endlich wieder Dinge tun darf, die einem über mehrere Wochen verwehrt blieben. Entsprechend hibbelig schlich ich am Sonntag durch meine Wohnung und machte mich ungewöhnlich früh auf den Weg ins Südstadion. Durch den Volksgarten. Das Wetter genießen, mal einen anderen Weg nehmen. Um sich an der Ecke Vorgebirgsstraße/Am Vorgebirgstor von einer polizeieskortierten Abordnung Gästefans anpöbeln zu lassen. Hatte ich auch noch nie. Öfter mal was neues.

Das Stadion war nett gefüllt (über 2.100 Zuschauer), wie das immer so ist, wenn eine Mannschaft mit ein bißchen mehr Tradition kommt. Um mich herum selbsternannte Experten, die jeden Spielzug besser analysieren konnten. Hatte ich das herrliche Wetter schon erwähnt? Alles bestens also.

Bis zum Anpfiff.

Damit begann ein 90minütiges Gewürge, daß eines Spitzenreiters eigentlich nicht würdig war und völlig verdient mit einer 0:2 Heimpleite endete. Nein, das war rein gar nix. Kein Mumm, kein Biß, kein Selbstbewußtsein, kein „Wir sind hier Herr im Haus“, keine Punkte. Wie schon so oft in der Vergangenheit verkrampfte die Fortuna, wenn es darum ging die Schwächen der Konkurrenz (Lotte hatte zu Hause gegen Viktoria verloren) auszunutzen.

Das kann man nicht einmal an einzelnen Spielern festmachen, die ganze Mannschafte stimmte an diesem Nachmittag nicht. Sicher, Einsatz war – wie immer – vorhanden. Ab und an entstand auch Torgefahr. Aber irgendwie fehlte die letzte Konsequenz völlig. Von der Präzision mal ganz zu schweigen bei den unzähligen Pässen in Hacken, Rücken und sonst wohin. Nur eben nicht in den Lauf.

Ein Warnschuß vielleicht zur rechten Zeit, wenn man sich das ganze schön reden will. Vielleicht aber auch nur die Konsequenz der laschen Auftritte vor der Winerpause. Jedes Spiel kriegste eben nicht gedreht.

Und trotzdem sind es immer noch 6 Punkte auf den zweiten Platz. Immerhin.

Der Stadtanzeiger ist enttäuscht und sucht die Schuld beim ungepflegten Grün. FuPa.net sieht eine „faustdicke Überraschung“. Die Express sieht die Stimmung im Keller (dabei ging’s doch gar nicht gegen Schalke). Der Reviersport wittert Revolutionen und bescheinigt Gideon Jung eine überragende Partie. Dem kann ich nur beipflichten, der war wirklich sehr gut. Der Kicker wird patzig.

Was trotzdem schön war (man muß ja auch die positiven Dinge sehen):

  • Die freundliche Begrüßung des verlorenen Sohns Hamdi Dahmani, der mit seinem Sprechchor „Hamdi Dahmani – Ham die nicht!“ gefeiert wurde.
  • Einen zwar auf Krücken, aber doch wieder sich bewegenden Ozan Yilmaz zu sehen.

Und sonst?

  • Diese neuen Fangnetze, die das Schiedsrichtergespann vor Bierduschen bewahren sollen, sahen jetzt nicht unbedingt beeindruckend aus.
  • Albert Streit kann am Ball schon einiges. Teilweise doch sehr beeindruckend. Half leider nur nix, weil er das nur sehr spärlich aufblitzen ließ.
  • Dahmani zeigte nach seiner Einwechslung, daß er durchaus eine Alternative sein kann. Machte viel Alarm. Im gegensatz zu Steffen und Kraus, die sich doch häufiger verzettelten.
  • Andersen spielte zu sehr mit Schleifchen und Schnörkeln.
  • Der Schiedsrichter zog teilweise zurecht den Zorn der Zuschauer auf sich. Sehr, nun ja, eigenwillige Art ein Spiel zu leiten. Das keine Becher flogen schiebe ich mal optimistisch auf die Lernfähigkeit der Anwesenden. Oder auf die abschreckende Wirkung der Netze.
  • Das Blag, das während des Spiels neben mir stand, bekommt beim nächsten Mal für jedes „schwul“ und/oder „behindert“, daß er als Kommentar auf’s Feld brüllt, watt auf’s Maul.
  • Es gab wieder kein Knipsgerät für Dauerkarten.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Fink, Flottmann, Hörnig, Sievers – Andersen, Streit, Zinke (ab 63. Minute Dahmani) – Steffen (ab 63. Minute Batarilo), Kraus (ab 85. Minute Laux), Aydogmus

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2 Gedanken zu „Big-Point-Schwächen (Fortuna Köln – Rot-Weiß Oberhausen 0:2)

  1. Guter Bericht. Ich fand den Schiri aber eigentlich gut: Pfiff nicht jeden Quatsch ab, war aber bei klaren Fouls stets zur Stelle. Nur der Assi auf der Tribünenseite hatte so ein paar Probleme damit zu entscheiden, wer den Ball als letzter berühert hatte, bevor er eine Spielbegrenzungslinie überschritt.

    Und wenn jemand neben mir im Stadion mit rassistischen oder homophoben Bemerkungen kommt, dann habe ich mir angewöhnt, immer was zu sagen. Mit bestimmter, selbst nicht pöbelnder Ansprache erreicht man da meist erstaunlich viel.

    • Der Schiedsrichter sah von den Stehplätzen wirklich etwas willkührlich aus, aber vielleicht habe ich mich auch nur von dem Mob um mich herum anstecken lassen.
      Was Widerworte bei dummen Sprüchen angeht, hast du natürlich recht. Der Kleine ging mir grundsätzlich auf die Nerven, vielleicht hätte ich gleich was sagen sollen. Seine Aufpasser sahen allerdings nicht diskussionslustig aus und auf ellenlange Debatten hatte ich jetzt auch keinen Bock. Beim nächsten Mal. Wie gesagt, grundsätzlich hast du, was Widerworte geben angeht natürlich völlig recht.

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