Dreckiger Stimmungsverbesserer (Fortuna Köln – SSVg Velbert 3:1)

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Es gibt so Tage, da läuft nix zusammen und es braucht ein Fußballspiel um einen wieder halbwegs aufzurichten.

Der Samstag hatte normal begonnen, wenn auch vielleicht etwas früher als bei anderen Menschen. Aufstehen (um 08:00), sich strecken, in die Küche wanken, zum Kaffee greifen, das Telefon klingen hören … Moment. Telefon? Jo, ab da war er dann nicht mehr normal. Aber das ist eben so, wenn man Bereitschaftsdienst in der Firma hat. Hebt die Laune aber trotzdem nicht. Schon gar nicht, wenn man es dadurch nicht zum Anstoß ins Stadion schafft. Noch weniger, wenn der Grund für das Einspringen in der Firma unerklärlich bleibt. Kannste nix machen.

Also hetzt man von der Maloche nach hause, schmeißt die Sachen ab, und beeilt sich, wenigstens noch halbwegs zeitig ins Stadion zu kommen.

Das hat ja manchmal auch seine, sagen wir, interessanten Seiten. Normalerweise sieht man während des Spiels ja nicht, was sich außerhalb des Runds tut. Logisch, man ist ja drinnen. So kann man dann auch mal auf den Hügel hinter der Tribüne klettern und Bilder machen. Oder die Leute sehen, die sich am Tor hinter der Südkurve versammeln und dank der im Winter eher spärlichen Vegetation einen besseren Blick auf’s Feld haben.

Was die Laune aber dann weiter sinken läßt, ist ein durch die spärliche Vegetation erleichterter Blick auf die Anzeigetafel, die den Spielstand 0:1 ausweist. So was ist … ähem … Scheiße.

Also versucht man die Routine aufzubrechen. Sich nicht auf den üblichen Platz zu stellen (der wegen der eigenen Verspätung wahrscheinlich eh schon besetzt war), sondern einfach mal den Blickwinkel ändern. Auf ein Spiel, daß die Fortuna komplett zu dominieren schien. Hauptaufenthaltsort gegnerischer Strafraum. Leider ohne zählbaren Erfolg und ohne wirkliche Idee, wie ein Abwehrbollwerk aus 11 Mann geknackt werden könnte. Das hebt die Stimmung natürlich auch überhaupt nicht.

So geht das in die Halbzeit und man denkt sich, warum man überhaupt bei diesen nicht gerade freundlichen Bedingungen (windig, kalt, müde, genervt, kaputt, schlapp – letztere dann, wer hätte es gedacht, persönlicher Natur) weiterhin im Stadion bleibt. Aber man ist ja Optimist und glaubt, daß sich das Spiel noch ändern kann.

Tut es dann auch. Ziemlich flott (46. Minute). Kraus nach Ecke mit dem Kopf. Und auf einmal ist Feuer in der spärlich besetzten Bude (unter 1.000 Zuschauer). Dazu trägt nicht zuletzt der Schiedsrichter bei, der beiden Trainern gehörig auf die Nerven zu gehen scheint. Koschinat sieht sich bei einer Unterbrechung sogar berufen bis zur gegnerischen Coaching-Zone zu marschieren, um nach der Einleitung „Lars, wir sind doch hier unter Kollegen…“, auf den Unparteiischen einzuwirken.

Ob das jetzt dazu führt, daß nach einer Rudelbildung wenige Minuten später, ein Velberter Spieler vom Platz muß (52. Minute), keine Ahnung. Jedenfalls ist jetzt die Hektik da. Und Albert Streit spielt Schlichter. Erlebt man auch nicht alle Tage.

Steffen fällt dann irgendwann im Strafraum und ich fühle mich an das Spiel gegen Wattenscheid erinnert. Aydogmus trifft (69. Minute) und Dahmani (86. Minute) macht den Sack zu.

Ein komisches Spiel, so unter den Bedingungen, unter denen es mir serviert wurde. Den Heimsieg nehme ich gerne mit, wenn auch wieder mit fadem Beigeschmack (der Elfer, der aus meiner Sicht keiner war).

Stadtanzeiger (bzw. FuPa.net) und Express haben Spielberichte (der Express sogar zwei) und der Rheinfussball hat sogar noh Noten zum Spiel. Und der kicker war in Person von Philip Sagioglou auch da.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Sievers, Laux, Hörnig, Fink – Zinke, Andersen – Kraus (ab 87. Minute Kwame), Streit, Steffen (ab 79. Minute Dahmani) – Aydogmus (ab 75. Minute Kialka).

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