Der Pokal hat seinen eigenen … ach, lassen wir das. (FVM-Pokal: Fortuna Köln – Viktoria Köln 0:1)

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Bitter. Niederschmetterend. Traurig. Schmerzhaft. Alles Dinge, die man über die unterschiedlichsten Sachen sagen kann.

Am Mittwoch Abend bezogen sie sich auf ein Fußballspiel. Nicht irgendeines, sondern das zweite von drei Kölner Derbies dieser Saison. Wieder Südstadt, wieder Fortuna gegen Viktoria. Etwas wenig Zuschauer (3.708). Aber dieses Mal im Pokal. Do or die. Es kann nur einen geben. Und was man sonst noch alles an martialischen Attributen für solche Partien findet.

Jetzt könnte man vermuten, daß Mannschaften solche Spiele erstmal gesetzt angehen, um nicht ins offene Messer zu laufen. Nicht hier. Gleich vom Anpfiff weg war Zug und Tempo drin. Ein Spiel zwischen zwei Regionalligamannschaften auf sehr hohem Niveau. Fortuna mit mehr Ballbesitz, Viktoria mit gefährlichen Kontern. Chancen auf beiden Seiten, leider keine Tore. Und, was man ja ab und an auch mal erwähnen kann, ein sehr faires Spiel.

In der zweiten Halbzeit ging das so weiter, dieses Mal mit sehr gefährlichen Chancen für die Gastgeber, von denen Kraus sicher die beste hatte. Allein, es sprang nix bei raus. Und dann bekommt man eben kurz vor Schluß ein Traumtor von Fatih Candan rein und dann war es das mit der Titelverteidigung. Bitter.

Bitter insofern, als das die Mannschaft eine Leistung gezeigt hat, die ich persönlich begeisternd fand. Alle von der ersten Minute mit Einsatz und Herz und Zug zum Tor. Aber immer kontrolliert. Also, jedenfalls bemüht kontrolliert zu sein. Die Abwehr war doch einige Male etwas wackelig. Aber mit Kultur. Was sicherlich der Hereinnahme von Kusi Kwame geschuldet war. Der machte die Partie seines Lebens und ist anscheinend gegen die Viktoria immer mit einem Sahnetag dabei. Dieses Mal nicht auf links gegen Pagano, sondern zentral defensiv. Großes Spiel. In die gleiche Kerbe haute Hamdi Dahmani, den ich auf rechts sehr überzeugend fand und der mit Tobias Steffen auf der anderen Seite eine schöne Flügelzange bildete.

Nun ja, das Spiel ist aus, der Pokal ist vorbei. Sehr schade. Ich wäre gerne wieder zu einem Erstrunden DFB-Pokal Match ins Südstadion gekommen. Jetzt zieht der Tross nach Höhenberg (voraussichtlich. Erstmal müssen sie das Ding ja gewinnen) und Pele Wollitz darf sich dann da austoben. Zeigte sich im Südstadion wieder von seiner besten Seite. Interessant in diesem Zusammenhang vielleicht noch der Hinweis auf die Art, wie die beiden Trainer während des Spiels an der Seitenlinie agierten. Während Wollitz „nur“ anfeuerte und sich über den Schiedsrichter aufregte, war Koschinat ständig (wie eigentlich immer) am gestikulieren, coachen, Spieler zurechtweisen, etc. Ich fand schon, daß man das auf dem Platz sehen konnte. Viktoria spielte auf Konter. Mit eher wenig Struktur und Kultur. Man verließ sich eben auf individuelle Klasse. Fortuna hingegen agierte als Mannschaft, wirkte etwas kultivierter. Aber gut, ich hab von so was auch keine Ahnung.

Abschließend noch ein paar Worte zu Masatoshi Hamanaka. Den hatte ich eigentlich njur als Bankdrücker auf dem Zettel. Während des Spiels allerdings – und er spielte von Anfangan – war er Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Viktoria. Manchmal noch ein wenig zu ballverliebt, aber mit sehr feiner Technik. Wenn man so will, daß etwas offensivere Gegenstück zu Kusi Kwame bei den Gästen.

Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Hoffentlich ist die Niederlage kein zu heftiger Nackenschlag für die Fortuna, die beim Spiel auf Albert Streit und Ercan Aydogmus verzichten muß. Und bei Streit scheint es ja etwas schlimmer zu sein.

Kwame gibt allerdings die Richtung vor:

„Wir gönnen das der Viktoria nicht, aber es ist nun mal so. Jetzt müssen wir halt aufsteigen.“

Groß. Hoffentlich behält er recht.

FuPa.net hat diverse Artikel (1, 2). Die Express war mit einem Liveticker vor Ort und hat auch noch einen Artikel im Angebot. 4-liga.com macht’s recht knapp. Der Reviersport zitiert Franz Wunderlich, daß er den Sieg mit „ein, zwei Pils feiern will“. Und im Rheinfussball darf Wollitz nochmal rumjammern.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Sievers, Hörnig, Flottmann, Fink – Zinke (ab 90. Minute Kessel), Kwame (ab 78. Minute Pazurek) – Andersen – Dahmani, Kraus (ab. 85. Minute Kialka), Steffen

(Dieses Mal weniger Bilder, meine Kamera kann keine Nachtaufnahmen… (^_^;) )

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