Let’s roll – Relegation

Es gilt. Heute abend. Kein zurück. Zwei Spiele an denen das Schicksal eines ganzen Vereins hängt.

Ich gebe zu, mir fehlte in den letzten Wochen etwas die Lust über die Spiel der Fortuna zu schreiben. Die dargebotenen Leistungen waren nicht wirklich ansprechend, ich kroch eh auf der letzten Rille. Ich war nervös und bin es immer noch. Auf den letzten Meter die Meisterschaft zu verspielen hätte wunderbar in die Chronik meiner bisherigen Fortunabegleitung gepasst. Der Verein hat ein Talent dafür, mich in Spielen, in denen es auf etwas ankommt, zu enttäuschen. Bis zur letzten Saison. Bis zum Pokalsieg in Bonn. Und deswegen bleibt Hoffnung.

Nein, schön anzusehen war das die letzten Wochen wirklich nicht. Blockiert. Gehemmt. Nicht bei der Sache. So trat die Mannschaft auf. Das sie diverse Verletzte zu beklagen hat macht die Sache nicht einfacher. Und trotzdem hat sie im letzten Saisonspiel vor heimischer Kulisse wieder das gezeigt, was sie die ganze Spielzeit über ausgezeichnet hat: Herz. Das wird der Trumpf sein, den sie in den Relegationsspielen gegen die U23 von Bayern München ausspielen muß.

Ich gehe eigentlich völlig blank ins Stadion. Ohne wirkliche Erwartung. Eine zweite Mannschaft bleibt eine zweite Mannschaft. Ob mit oder ohne Mitchell Weiser. Die Fortuna hat gezeigt, daß sie sich gegen solche Truppen bis auf die Knochen blamieren kann. Sie hat aber auch gezeigt, daß sie solche Mannschaften dominieren kann.

Alles auf Null.

Was mich viel mehr beschäftigt, ist der Fall eines Nichtaufstiegs. Dann wird das Team auseinanderfallen und in der Südstadt wird wieder Durschschnittsware angeboten. Vermutlich eher in der unteren als in der oberen Tabellenhälfte. Was mehr als schade ist. Es hat mir in den letzten beiden Jahren unglaublich viel Spaß gemacht, ins Südstadion zu gehen. Es wurde streckenweise begeisternder Fußball gespielt. Etwas, daß es lange Jahre nicht gegeben hatte. Und ob sich diese Phase fortsetzt hängt an zwei lausigen Relegationsspielen, noch dazu gegen die zweite Mannschaft eines Bundesligisten. Den Herren Funktionären vielen Dank dafür (vermutlich auch mit einem schönen Gruß aus Lotte). Ich vermute schon, daß die Investorengruppe keine Trümmerhaufen hinterlassen wird, der sofort in der Bedeutungslosigkeit des Abstiegskampfes verschwindet. Aber es wird ein Schnitt sein.

Und sollte es tatsächlich das Ende vom Lied sein, wäre es ein würdiger Abschied. Ein endlich mal wieder ausverkauftes Südstadion. Zwei große Spiele.

Aber – ja, ich werde in solchen Momenten eher pessimistisch, mea culpa – das muß ja alles nicht sein. Ja, ich kann das nicht, dieses Trash Talking, mit dem sich einige Leute selber Mut zuzusprechen scheinen. Dieser offen zur Schau gestellte Optimismus, der doch irgendwie gezwungen wird. Ich bin da eher Realist.

Die Fortuna hat zwei Spiele um den ersten „richtigen“ Aufstieg seit 1973 perfekt zu machen. Grüner Tisch Zollstock hin oder her. Und sie hat eine Chance. Eine realistische Chance. Ich hoffe, die Spieler nutzen sie. Weil die Mannschaft gut ist. Weil sie es kann. Weil Poggenborg auch mal die unmöglichen Dinger rausfischt. Weil Aydogmus richtig steheh kann. Weil Kraus ein Pferdelunge hat. Weil Steffen Weltklasse sein kann. Weil Andersen ein Spiel lesen und lenken kann. Weil Flottmann zwar verletzt ist, seine Vertretungen aber auch die Sterne vom Himmel verteidigen können. Weil Koschinat weiß, was er den Spielern mit auf den Weg geben muß. Weil die Mannschaft Herz hat.

Wie letztes Jahr im Pokalfinale gegen Aachen. Wie in den gewonnenen Derbies gegen die Viktoria.

Es gilt. Heute abend. Kein zurück.

Herz zeigen.

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