Smells like Regionalliga (Fortuna Köln – Mainz 05 U23 2:2)

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Das war er dann also, der Heimauftakt in die neue Drittligasaison. Und irgendwie war das nicht wirklich anders als alle anderen Spiele, die letzte Saison eine Klasse tiefer im Südstadion zu sehen waren.

Gut, daß lag sicherlich auch am Gegner, der ein Mitaufsteiger ist. Und Zweitvertretungen bringen ja nie so unglaublich viele Anhänger mit. Außer ein paar Versprengten, die dann unter Polizeischutz durch die Nordkurve zu den Sitzplätzen geleitet wurden. Während der zweiten Halbzeit. Warum auch immer. Auf den Stehplätzen in Mitte hatten sich auch ein paar Mainzer eingefunden, alles friedlich.

Überhaupt Stehplätze. Das ganze Stadion macht zur Zeit noch einen sehr, vorsichtig gesagt, unfertigen Eindruck. Die Bierbude in Mitte wurde versetzt, überall stehen Bauzäune, die Kurven sind zum Teil aufgerissen, es sind Steinberge und Sandhaufen angehäuft. Überhaupt, das Drumherum war das, was am ehesten darauf hinwies, daß eine Klasse höher gespielt wird. Es gab zusätzliche Werbewände hinter den Toren und an den Trainerbänken. Die Fotographen haben jetzt diese herzallerliebsten Leibchen an, die sie als solche ausweisen.

Dafür bleiben andere Dinge immer beim alten. Die Lautsprecher gibt es immer noch nur für die Sitzplätze. Und die Kontrollen am Eingang scheinen dem Zuschaueransturm (ca. 1.600-1.700) nicht Herr zu werden. Ich war relativ früh im Stadion, aber wer später kam, musste wohl länger anstehen.

1.600-1.700 Zuschauer sind allerdings auch eine Hausnummer, mit der ich bei einer Nachwunschsvertretung als Gegner im Leben nicht gerechnet hätte. Sicher zu erklären mit Sommerferien und keiner Effzeh-Konkurrenz, aber dennoch, das ist eine Zahl, auf die man aufbauen kann.

Wie viele der Zuschauer allerdings zum nächsten Heimspiel kommen werden, wird abzuwarten bleiben. Die gezeigte Leistung lädt den unbeteiligten, neutralen Zuschauer sicher nicht dazu ein, wiederzukommen. Fortuna wirkte extrem nachlässig und unorganisiert. Das Herz und die Leidenschaft stimmten wie immer, aber irgendwie wirkte die Mannschaft noch nicht zusammengewachsen. Das liegt sicherlich auch an den Ausfällen, die sich mit dem vor der Halbzeit ausgewechselten und bis dahin solide spielenden Sascha Marquet um einen Namen erweiterten. Aber auch an den noch nicht komplett angekommenden Neuzugängen. Johannes Rahn beispielweise hatte einen völlig gebrauchten Tag erwischt und stand völlig neben sich. Die Abwehr wirkte beim ersten Gegentor auch ziemlich indisponiert, was aber vermutlich auch daran liegen dürfte, daß Oliver Laux und Bone Ueffaro noch nicht lange nebeneinander spielen.

Vorne gab es auch mehr lose Enden, so daß viele Bälle im Niemandsland landeten. Sicher, Kapitän Kraus ging, wie immer, mit gutem Beispiel und Pferdelunge voran, Michael Kessel erzielte mit einem Traumtor die zwischenzeitliche Führung und war auch sonst auf rechts ein Aktivposten, und Ercan Aydogmus war gegen einen Mitaufsteiger wahrscheinlich genau der richtige Stoßstürmer. Aber trotzdem wirkte das alles etwas zufällig.

Das, und das sei zusammenfassend gesagt, war nun aber auch nicht anders zu erwarten. Man spielt jetzt eine Liga höher und das wird eben auch eine Liga schwerer. Wahrscheinlich darf man in den nächsten Spielen keine zu hohen Ansprüche stellen und muss noch einen oder anderthalb Monate warten, bis man in etwa abschätzen kann, wo die Fortuna sich in der dritten Liga einsortiert.

Den ersten Punkt haben sie geholt. Ein Anfang. Mehr nicht.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Kwame, Uaferro, Laux, Fink – Marquet (ab 39. Minute Pazurek), Andersen (ab 69. Minute Hörnig) – Kraus, Rahn, Kessel – Aydogmus (ab 87. Minute Kialka)

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