Siegesserie (Fortuna Köln – Hansa Rostock 1:0)

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An Spiele gegen Rostock habe ich seit einer legendären Pokalschlacht sehr gute Erinnerungen. Ganz so dramatisch war es heute dann zwar nicht, aber es hätte durchaus ein bißchen weniger eng sein dürfen. Und das Wetter hätte besser sein können.

Sportarten kann man mit den Jahreszeiten verbinden. Manchmal. Baseball z.B. folgt ihnen sehr genau. Beginn im Frühling, in voller Blüte im Sommer, Ausklingen im Herbst und im Winter, richtig, Winterschlaf. Bei Fußball denke ich immer an nasskalte Abende. So einer war heute.

Der Gast war mit ziemlich Massen im Gepäck in die Südtstadt gekommen. Das sah schon sehr beeindruckend aus und sorgte für eine nette Atmosphäre. Knapp 2.300 Zuschauer bildeten einen schönen Rahmen.

Vom Start weg war es eigentlich eine ansprechende Partie mit guten Aktionen hüben wie drüben, allerdings ohne wirklich Torgefahr. Und der erst wirklich gefährliche Angriff sorgte dann auch für das Tor des Abends. Sehr gelungenes Pressing der Fortuna, Kessel hat ein bißchen Luft und netzt ein. Und damit ist die Geschichte dann eigentlich auch erzählt.

Denn nach dem Wechsel hatte die Fortuna zwar diverse Möglichkeiten die Führung auszubauen, scheiterte aber immer wieder an sich selbst. Wirklich herausheben muß man Kristoffer Andersen, der wie immer seine Kilometer abspulte, das Spiel lenkte, beschleunigte und beruhigte, wie auch immer es die Situation gerade verlangte.

Von Rostock, nun ja, muß man ein wenig enttäuscht sein. Das war in der zweiten Halbzeit gar nichts mehr.

Der Anhang war umso stimmgewaltiger und halsbrecherischer (mit an den neben der kaputten Anzeigetafel aufgehängten Bannern), schien aber immer noch in der Vergangenheit hängengeblieben zu sein. Sprechchöre wie „Ihr seid asoziale Wessis“ oder „Gegner schlagen, Wessis jagen“, naja, 25 Jahre nach dem Mauerfall klingt das irgendwie nach enttäuschten Kohl-Wählern, die ihre blühenden Landschaften nicht bekommen haben. Okay, der Konter auf „Ihr könnt nach Hause fahr’n“ war nicht schlecht („Wir fahr’n nach Haus‘, ihr müsst hier wohn’n“). Die übliche Zündelei zum Wiederanpfiff gab es auch noch und die sorgte für eine extrem aufgeregte und hastige Ansprache des Stadionsprechers, die dann doch für einen Lacher gut war.

Idioten gibt es allerdings auch auf den Heimrängen, wenn man sich die Chucks-beschuhten Fußballhipster anschaut, die nach dem Schlußpfiff irgendeinen Blödsinn mit  „Messern“ und „aufgeschlitzten Bäuchen“ gröhlten. Leute, euch ist echt nicht mehr zu helfen. Geht wieder Jutebeutel bedrucken. Oder zum Optiker eures Vertrauens für eure Fensterglasbrille.

Whatever, ein verdienter Heimsieg, der auf einmal eine drei Spiel-Siegesserie darstellt. Das läßt sich doch gut an. Fortuna findet wieder zu alten Tugenden zurück.Herz und  Kampf mit aufblitzenden Geniestreichen. Und Koschinat scheint zu merken, daß er die Mannschaft nicht wirklich immer in der gleichen Aufstellung auf den Platz schicken muß. Kraus und Kessel waren diesmal von Beginn dabei, dafür saß Dahmani draußen. Und irgendwie passte das und sah gut aus. So kann’s weitergehen.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Fink, Ueffaro, Hörnig, Kwame – Pazurek (ab 82. Minute Marquet), Andersen – Kessel, Rahn, Oliveira Souza (ab 75. Minute Dahmani) – Kraus (ab 82. Minute Aydogmus)

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